Dorf, Boot, Hindi, Strand :)
Oh man, heute gibts wieder viel zu erzählen! Am Samstag war ich auf nem Ausflug, abends gab’s ne super coole Party auf nem Boot und am Sonntag hab ich ein bißchen Hindi gelernt.
Also AIESEC Mumbai organisiert hin und wieder Treks/Trips/Ausflüge für uns Praktikanten, und am Samstag hab ich es endlich mal geschafft mitzufahren. Diesmal war ein kurzer Ausflug in ein Dorf in der Nähe von Mumbai geplant. Wir haben uns um halb neun morgens am Bahnhof in Andheri getroffen und sind dann gegen viertel nach neun (hier kommt ja nie jemand pünktlich...) los Richtung Norden. Wir waren ca. 15 Leute, davon 3 AIESEC Members und unsere „Reiseführerin“, die wohl viele Leute in dem Dorf kennt. Die Zugfahrt war mal wieder ein Erlebnis für sich!. Wir Mädels sind im Frauenabteil gefahren, die Jungs in den normalen Waggons. Und der Zug war wieder mal scheiße voll! Wir standen also eng an eng in dem Waggon und kamen uns vor wie in der Sauna. Aber es war nicht nur eklig heiß, es stank auch noch bestialisch! Keine Ahnung warum, aber irgendwie roch es total eklig, so ein bißchen nach Fisch :-( . Aber das krasseste war, also dann nach ein paar Stationen ein paar Frauen eingestiegen sind, die tatsächlich Fisch dabei hatten! Die hatten einen riesigen Korb auf dem Kopf voller Fische! Das stank vielleicht, meine Güte! Ich hab davon auch Fotos gemacht, werdet ihr zu sehen bekommen. Leider kann ich auf den Fotos weder den Gestank noch die Hitze oder den Lärm einfangen, das müsst ihr euch jetzt so vorstellen.
Naja, nach ca. einer halben Stunde völlig entspannter (...) Zugfahrt sind wir dann in Naigaon angekommen. Außer dem Bahnhof war da eigentlich nichts. Wir sind dann mit ner Rikscha weitergefahren, diesmal jeweils zu fünft in einer Rik! Also drei hinten und zwei vorne neben dem Fahrer, das war echt witzig. Erster Halt war bei einem Töpfer mitten im Nirgendwo. Wir haben uns in seinem Haus ein bißchen umgeschaut und er hat uns gezeigt, wie er so kleine Vasen und Schälchen macht. Fand ich jetzt nichts so super spannend, hab ich alles schonmal gesehen (und vor Ewigkeiten schonmal selber ausprobiert). Interessant fand ich, dass in dem Haus sowohl die Werkstatt als auch der Wohnraum ist. Im Grunde haben die da zwei Räume, in denen überall Tongefäße rumstehen und sonstiges Arbeitsmaterial, und einen Raum, in dem ein Bett steht. Ohne Matratze. Die Familie schläft also quasi in der Werkstatt. Dementsprechend dreckig ist es auch überall. Naja, die scheinen das gewohnt zu sein.
Danach sind wir weiter Richtung Dorf gefahren. Auf dem Weg haben wir noch bei einer Art Kuhstall Halt gemacht. Das war ein recht großes Gelände, auf dem super viele Wasserbüffel gehalten werden. Die Büffel lagen eng an eng nebeneinander, alle angekettet und von oben mit Wasser besprenkelt, damit ihnen nicht ganz so heiß ist. Die Viecher sind echt riesig! Gehalten haben wir aber hauptsächlich, um dort frisches Lassi zu trinken. Lassi ist hier das Standardgetränk. Im Grunde is es so ne Art Joghurt, entweder süß oder salzig, oft auch mit Mango. Jedenfalls wurde dort frisch von den Büffeln Lassi zubereitet, super lecker und erfrischend (also es wurde nicht von den Büffeln zubereitet, sondern mit frischer Milch von den Büffeln ;-) ).
Nach der Stärkung sind wir dann in dem Dorf angekommen. Dort sind wir wieder zu einer Töpferei und haben wieder zugeguckt, wie der Töpfer seinen Ton verarbeitet. Diesmal durften wir auch selber ran, ich hatte aber nicht so Lust, meine Hände dreckig zu machen...
Nach dem Töpfer gings nach einem kurzen Marsch durchs Dorf noch zum Haus des Großvaters unserer Reiseführerin. Das Haus liegt wunderschön zwischen einem Reisfeld und einem Fluss, man konnte nur über so einen kleinen Trampelpfad zum Haus kommen. Ich hab keine Ahnung, warum wir eigentlich da waren, wir haben uns nur kurz umgeschaut und sind dann wieder zurück. Nachdem wir uns noch kurz bei einem anderen Reisfeld angeschaut haben, wie die Leute da Ziegel brennen, sind wir wieder mit der Rikscha zurück zum Bahnhof und von da wieder nach Hause. Diesmal ohne Fisch, Gott sei Dank!
Zum Glück waren wir frühzeitig zurück (so gegen 15 Uhr), so dass ich nochmal nach Hause konnte zum Duschen und Ausruhen. Um halb sechs sollten wir nämlich schon beim Gateway of India im Süden der Stadt sein, damit wir um 6 Uhr mit dem Boot ablegen könnten. Henning, Praktikant aus Deutschland, hatte die ganze Sache geplant. Er hatte für 5 Stunden ein Boot gebucht samt DJ und Alkohol-Trink-Erlaubnis (man muss Geld bezahlen, damit man auf dem Boot Alkohol trinken - nicht ausschenken - darf!). Um halb sieben haben wir dann abgelegt, waren natürlich wieder ne Menge Leute zu spät da... Das Boot war eins der Standardboote, mit denen täglich Touris nach Elephanta Island gekarrt werden, bestand aus zwei Decks und hatte zwei Klos. Unten waren Riesenboxen aufgebaut, so dass dort eine ideale Tanzfläche entstand. Das Boot war mit Lichterketten geschmückt, sah sehr nett aus.
Um halb sieben sind wir dann also los. Im Hintergrund das beleuchtete Gateway of India und Taj Mahal Hotel, super schön. Es waren noch ein paar andere Schiffe unterwegs, ebenfalls beleuchtet, so dass man immer wieder nette Lichter um sich rum gesehen hat. Wir waren etwas über 100 Leute auf dem Boot, eine angenehme Zahl. Nicht zu voll, nicht zu leer. Jeder hatte sich selber was zu Trinken mitgebracht, so dass alle gut versorgt waren. Ich hab viele neue Gesichter gesehen, vorallem ca. 5 neue Deutsche kennengelernt. Es waren überhaupt sehr viele Deutsche da, keine Ahnung, wo die auf eimal alle herkamen. Jedenfalls war die Party echt super! Gute Musik, nette Leute, alle recht angetrunken. Am besten fand ich es, auf dem unteren Deck zu tanzen, mit der beleuchteten Küste und dem Meer im Hintergrund. Geiles Gefühl!
Und da ich ja so gerne fotografiere, hab ich mir Alex’ Kamera geschnappt und gaaaaanz viele Fotos gemacht! Meine Kamera ist ja immer noch kaputt... Ich glaub es sind um die 150 Fotos geworden! Ich werd mir jetzt übrigens ne Kamera (Canon Digital Ixus 60) bei Amazon bestellen und mir von meinem Bruder mitbringen lassen.
Gegen viertel nach elf mussten wir dann also wieder vom Boot runter, echt schade! Aber der Abend war noch nicht zuende, wir sind danach noch in einen Club in der Nähe (Club Synergy) gefahren. Waren zwar nicht alle mit, aber ca. 20 Leute waren noch dabei. Die Musik war sogar recht gut, war ein netter Ausklang. Als dann gegen halb zwei die Lichter angingen, waren wir natürlich immer noch nicht bereit, ins Bettchen zu gehen, also sind wir noch ins Laxmi gefahren :-) . Dort gab’s für mich lecker Chicken Tikka, dazu wieder die üblichen Snacks.
Ich glaub um halb fünf oder so war ich dann im Bett...
Nachdem ich dann gestern schön ausgeschlafen habe, kam gegen viertel vor drei Bhavya von AIESEC vorbei. Eigentlich wollte sie vormittags kommen, aber ihr wisst ja langsam, wie das hier ist ;) . Sie und andere AIESEC Members haben für gestern Hindi-Unterricht für uns Foreigners geplant, das ganze sollte um 3 Uhr losgehen. Das sie aber erst um viertel vor drei bei uns war, waren wir erst gegen halb vier da. Machte aber nichts, waren eh erst die Hälfte der Leute da... Dann gabs also anderthalb Stunden Hindi. Teilweise zu viert haben uns die Jungs und Mädels von AIESEC ein paar Basis-Wörter beigebracht, dazu ein paar nützliche Sätze (z.B. wie man der Putzfrau beibringt, dass sie ordentlich spülen soll, oder wie man den nervigen Bettlerkindern sagen kann, dass sie abhauen und einen nicht antatschen sollen). Das ganze war ein bißchen durcheinander und didaktisch nicht von höchster Qualität, aber jetzt hab ich ein paar Sätze, die ich nur noch auswendig lernen muss.
Nach dem Hindi war noch Fußballspielen angesagt, aber da war ich nun wirklich zu müde und faul zu :-)
Zuhause hab ich dann mit Ibrahim und Vikash noch ne Folge Lost geguckt, was leckeres gegessen und gequatscht. Um halb zehn hab ich mich dann noch zum Juhu Beach aufgemacht, Henning hatte gefragt, ob ich mit zur V-Lounge komme. Da ich noch nie da war, wollte ich „die Location mal auschecken“ :). Er hatte gestern Geburtstag, deshalb auch die Bootsparty. Der Weg zur V-Lounge war auch was Besonderes: Babloo hat mich auf seinem Motorrad mitgenommen! War schon ‚interessant’, nachts ohne Helm durch das Mumbaichaos zu fahren... Wir waren zwar nicht super schnell unterwegs, war aber trotzdem ein mulmiges Gefühl (ja Mama, ich werd das nie wieder tun, ich versprech’s!!).
Die V-Lounge ist ein echt cooler Laden. Direkt am Strand gelegen hat man von der Terrasse aus einen super Blick aufs Meer und den Strand. Der ganze Laden ist sehr schick, schöne moderne Möbel, alles sauber. Drinnen chillige Musik. Es gibt ne Menge Cocktails und alles sieht sehr exquisit aus. Wir waren gestern nur zu viert, war aber echt nett. Haben draußen am Stehtisch gestanden und die Aussicht genossen. Das einzig nervige waren die Flugzeuge, die alle 5 Minuten direkt über einem die Stadt verlassen haben. Gregory hätte jedesmal gesagt „Lucky bastards“ ;-)
Soweit also mein Wochenende. War mal wieder sehr schön!
Und hier noch ein extra Gruß an Alex, der gestern Abend zurück nach Deutschland geflogen ist: Hoffe, du bist gut angekommen und wünsche dir nen guten Start zurück ins Unileben!


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