Langes Wochenende
So, langes Wochenende ist vorbei :-(
Hab ein paar entspannende Tage gehabt, lecker gegessen und sogar einen Ausflug eingebaut!
Zuerst mal eine kurze Erklärung, warum ich überhaupt ein langes Wochenende hatte: die letzten 5 Tage wurde hier in Indien Diwali gefeiert, das ist der höchste Feiertag der Hindus. Diwali ist das Fest des Lichts und gleichzeitig Neujahr in Nordindien (hinduistischer Kalender). Eigentlich ist Diwali nur ein einzelner Feiertag, wird aber in vielen Gegenden auf 5 Tage gestreckt, die verschiedene Bedeutungen haben. Zum Beispiel wird an einem Tag gefeiert, dass der Gott Rama nach 14 Jahren Exil im Dschungel in seine Heimatstadt zurückkehrt. Um ihm den Weg im Dunkeln zu weisen, werden überall Öllampen angezündet und vor die Türen der Wohnungen und Häuser gestellt. An einem anderen Tag wird die Göttin Lakshmi geehrt, die Göttin des Wohlstands und des Glücks. Die ganze Geschichte und Hintergründe von Diwali könnt ihr in der deutschen und englischen Wikipedia (die englische Version ist ausführlicher) nachlesen.
Jedenfalls ist hier an Diwali die Hölle los: wie bei uns an Neujahr werden 5 Tage lang überall Knaller und Böller losgelassen und abends und nachts gibt es Feuerwerk. Nur dass die Böller hier viel lauter und nerviger sind (ich bin Samstag Nacht gegen drei Uhr morgens von den Teilen wachgeworden). Ich will gar nicht wissen, wieviele Kinder diese Woche ins Krankenhaus gebracht werden mussten, weil sie mal eben so ein Riesenteil angezündet haben... Es gibt hier übrigens kein offizielles Feuerwerk von der Stadt oder so, sondern nur von Privatleuten. Das aber die ganzen 5 Tage, so dass man jeden Abend irgendwo etwas sehen konnte.
Und natürlich gibt es wie auch an den anderen Feiertagen wieder ganz viel Straßendekorationen. Überall hängen Lichterketten, Laternen und Blumenketten, die ganze Stadt ist geschmückt. Vorallem im Dunkeln sieht das richtig schön aus (man sieht ja auch den ganzen Dreck nicht mehr...). Sehr schön sind vorallem die sogenannten Rangolis, die an Diwali „gebastelt“ werden: aus buntem Farbstaub gemischt mit so einer Art Sand werden Bilder und Symbole auf den Boden gestreut, sehr kunstvoll. Ich hab einige Bilder von den Rangolis hier im Büro gemacht, gibts demnächst exklusiv hier auf meinem Blog zu sehen!
Jetzt zu meinem Wochenende. Freitag Abend war nicht viel los, war gemütlich mit Bruno, Chris und Chris’ Freundin Bola bei ihr zuhause und wir haben Bierchen getrunken und ein bißchen Feuerwerk geguckt.
Am Samstag war ich im Internetcafe, danach waren wir bei einem AIESEC Member zuhause eingeladen. Ihre Familie hat uns bei ihrem Lakshmi Puja zugucken lassen, danach gabs indisches Abendessen. Puja ist ein Ritual, bei dem die Inder einen Gott ehren. Dabei werden Öllampen angezündet, einige Verse vorgesungen und Süßigkeiten verteilt. Nach dem Essen sind wir noch kurz zu Bola nach Hause, dann in den Boat Club, danach noch ins Seijos (Lounge/Disco).
Am Sonntag gab’s dann das beste Essen, das ich seit ich hier bin gegessen habe! Chris, Bola und ich haben es uns gegönnt und sind zum Sonntagsbrunch im „Olive Bar & Kitchen“ in Bandra gegangen. Da gibts für 1500 Rupees (ca. 23 Euro) ein super Buffet mit allen möglichen Vorspeisen, eine Hauptspeise, ein tolles Nachtischbuffet und alle Getränke inklusive, auch alkoholische. Wir haben also 2 Stunden lang geschlemmt und lecker Cocktails, Kir Royal, Sangria, Weißwein etc. getrunken! Das war echt herrlich. Sooooo lecker! Ich hab es so genossen, mal nicht indisch oder chinesisch zu essen! Danach waren wir total voll (sowohl vom Essen als auch vom Alkohol) und haben den Rest des Tages bei Bola in der Wohnung entspannt und nen Film geguckt. Kurz zur Erklärung, warum wir so oft bei ihr waren: sie hat ne Hammer-Wohnung in Bandra, 2 Zimmer plus Wohnzimmer, super Küche, 3 Klos, 2 Fernseher und ne Klimaanlage! Alles total modern, ne neue Sofagarnitur aus Leder, echt gemütlich. Und bei diesem heißen Wetter ist die Klimaanlage echt angenehm. Bola ist auch nicht Praktikantin hier, sondern arbeitet als Managerin bei einer Bank, verdient also gut Geld. Die Wohnung wird ihr sogar von der Bank bezahlt!
Am Montag bin ich dann mit Robert und Gregory nach Alibaug gefahren. Alibaug ist ein Städtchen an der Küste ca. 3 Std. südlich von Mumbai. Wir haben uns um 8 Uhr morgens am Bahnhof in Andheri getroffen und sind mit dem Zug nach Churchgate zum Gateway of India. Von da gings weiter mit nem Boot Richtung Süden, dauerte ca. ne Stunde. Nach der Bootsfahrt mussten wir noch ca. ne halbe Stunde mit ner Rikscha durch die Gegend fahren, wir waren dann so gegen halb zwölf in Alibaug. In so einem Ausflugsbuch („52 weekendtrips from Mumbai“) hatte ich Alibaug entdeckt. Dort wurden verschiedene Strände beschrieben, die ganz nett aussahen. Nur in Wirklichkeit war in Alibaug selber der Strand gar kein Strand, sondern nur eine Ansammlung von großen Steinen. Man könnte zwar schwimmen, aber gemütlich ist was anderes. Also sind wir mit ner Rikscha auf zum nächsten Strand. Der war deutlich besser: es war ein Sandstrand mit einem Pinienwäldchen davor. Das Wasser war zwar genauso dreckig wie in Mumbai und der Strand braun und voll von Müll, aber es erinnerte einen trotzdem an europäische Strände. Da es aber super heiß war, sind wir nur kurz dageblieben. Als wir zurückwollten, war allerdings keine Rikscha weit und breit zu sehen! Das einzige, was es an dem Strand gab, war ein einsamer Saftverkäufer. Wir sind also Richtung Hauptstraße losgelaufen, uns blieb ja nichts anderes übrig. Zum Glück kam nach ner Viertelstunde oder so ne Rikscha vorbei, sonst hätten wir ewig laufen müssen. Da wir nach der ganzen Hitze und den enttäuschenden Stränden keine Lust mehr auf Alibaug hatten, sind wir dann also wieder zurück nach Mumbai gefahren. Diesmal haben wir für die Strecke (40 Minuten Bus und eine Stunde Boot) auch nur 65 Rupees (ca. 1 Euro) pro Person bezahlt, nicht 180 Rupees wie auf dem Hinweg. In Mumbai angekommen sind wir erstmal ins Taj Mahal Hotel (5*), haben uns frisch gemacht (meine Füße und Beine waren super dreckig von dem ganzen Staub) und ein bißchen umgeguckt (kurze Info zu den Toiletten im Taj Mahal Hotel: da steht immer jemand, der einem beim Händewaschen hilft! Also man muss nur die Hände unter den Wasserhahn halten, den Rest machen die für einen: Wasserhahn auf, Seife, Wasserhahn zu, Handtuch! Sehr komisches Gefühl...). Danach gings ins Cafe Mondegar zum Essen, danach zu Barista zum Kaffeetrinken. Gegen neun Uhr war ich dann wieder zuhause.
Gestern hab ich ganz gemütlich ausgeschlafen und bin nachmittags ins Internetcafe (siehe letzter Eintrag). Abends bin ich dann noch mit Ibrahim in die Disco „Poison“ gefahren. Poison ist eine meiner Lieblingsdiscos, weil die da nicht nur HipHop und RnB spielen, sondern mehr House. Da wir aber heute früh raus mussten, sind wir um 1 wieder nach Hause.
Das war also das Wochenende. Absolutes Highlight war eindeutig der Brunch am Sonntag. Jetzt muss ich also noch 3 Tage arbeiten, dann hab ich zwei Wochen frei! Am Samstag kommen ja mein Vater und Bruder zu Besuch und wir fahren ne Woche nach Norden. Danach gibt noch ne Woche Mumbai mit einzelnen Ausflügen. Ich freu mich schon so!


4 Comments:
Hi du,
hihi, jetzt ist mir zum ersten mal aufgefallen, dass die Währung in Indien und bei Zelda ja die gleiche ist ;-)
Ich wünsch dir ganz viel Spaß, wenn dein Papa und dein Bruder endlich kommen, bin schon gespannt, was die von Indien halten.
die mülli
Den Fußmarsch vom Strand nach Hause kennste doch schon von Kreta! :->
LG, Kerstin
Hallo Johanna,
also das Taj Mahal Hotel war ja wohl ein richtiger Kontrast zu Deinem Strandbesuch!
Einen schönen Urlaub mit deinem Papa und deinem Bruder!
Bekannte Gesichter sind ja manchmal was richtig schönes!
LG,
Martina
P. S.: Ich hoffe meine E-mail ist angekommen!
ich freue mich garnicht ... =)
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